„V“ wie „Versuch“, „z“ wie „zwitschern“

Es sollte eigentlich ein Selbstläufer werden, doch ich habe mich verschätzt, was die Offenheit und Neugier seitens der japanischen Studenten anbelangte. Im Unterricht, und eben diesen in vielerlei Hinsicht ergänzend und bereichernd, sollte es zum Einsatz kommen, dieses minimalistische und praktische Gadget aus dem Pool der Social Media Kommunikationskanäle. Gemeint ist in diesem Fall die Plattform Twitter. Trotz mehrfacher Versuche, die Vorteile und den Spaßfaktor dabei betonend, den Studenten Account-Anlegung und Nutzung des Service nahe zu bringen, war jedoch kaum Interesse vorhanden und konnte die Neugier dem Medium gegenüber nur sehr langsam geweckt werden. Hürde Nummer eins war der mangelnde Bekanntheitsgrad unter den jungen Studenten, die zwischen 18 und 24 Jahren alt ihr Studium an den japanischen Hochschulen absolvieren. Auch den Gedanken, dass die Einbindung des Interntes und moderner Technik in den Unterricht sofort auf helle Begeisterung stoßen würde, musste ich schnell verwerfen und wieder umdenken. Eigentlich absurd, wenn man sich den Alltag der Jugendlichen in Japan anschaut, in dem vor allem Mobiltelefone augenscheinlich eine maßgeblichere Rolle spielen als in unseren Breitengraden. Es ist in Japan als Statussymbol und Spielzeug, gekennzeichnet durch vielerlei Bekenntnisse zur Popkultur, die man als Anhänger an dem technischen Gerät befestigt, zu sehen.

Insgesamt, auch jenseits der Erfahrung im akademischen Umfeld, hatte Internetzugang zur Recherche oder Vermittlung ernsthaften Inhaltes via Internet nicht den Stellenwert, den man hier zu schätzen und nutzen weiß. Smartphones waren augenscheinlich auch weniger auszumachen als vergleichsweise in der Szenerie des deutschen Straßenlebens oder an deutschen Universitäten.
Die berühmten 140 Zeichen, die man als Benutzer zur Erstellung von Textnachrichten bei Twitter zur Verfügung hat, sah ich als positiven Punkt an, um eben diese Begrenztheit auch in der Vermittlung von fremdsprachlichen Elementen vorteilhaft einsetzen zu können. Im Bereich der Landeskunde kurze Nachrichten übersetzen und präsentieren zu lassen, die Möglichkeit zu haben, sich bei Gefallen und Neugier weiter selbständig mit der Materie auseinanderzusetzen, oder auch zur Erstellung selbst verfasster Textnachrichten verschiedenster Inhalte: Die Möglichkeiten zum Einsatz sind mannigfaltig. Nicht nur über Twitter, sondern auch andere soziale Netzwerke. Die Lebensbereiche, auf die Social Network bisher schon Einfluss genommen hat, sind breit gefächert und die Einsatzmöglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Eine allgemeine Darstellung zum Bereich Social Media deshalb an dieser Stelle.


(Quelle: youtube / Social Media Revolution 2011)
Da nach Einrichtung eines Accounts auch die Möglichkeit besteht, Zugang über sein Mobiltelefon zu diesem zu haben, war diese Idee für mich auch vermeintlich logisch und eben darauf angelegt. Den Stellenwert, den Social Media in Europa auch im öffentlichen Bereich schon längst erreicht hat, ist in Japan nur im Ansatz zu erkennen. Es wird meist nur im privaten Bereich genutzt und auch hier stiegen die Teilnehmerzahlen nur langsam an.
Immerhin haben ein paar Studenten sich im Nachhinein nun für Twitter begeistern lassen, auch wenn sie es nicht im Rahmen der Fremdsprachenvermittlung zuließen. So besteht wenigstens noch eine weitere Möglichkeit zum Austausch von Informationen, was einer Art Grundsteinlegung gleichkommt.

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