„P“ wie Praktikum, „w“ wie „weiterkommen“

Schnell geht es im neuen Jahr zur Sache. Lange Zeit habe ich nach Arbeit gesucht, viele Bewerbungen geschrieben, seit ich aus Japan wieder zurück nach Deutschland gekommen bin. Aufgrund meines Lebenslaufs, der bis dato lückenlos war, dachte ich anfangs, dass es leicht sei, mit meinen bisherigen Erfahrungen einen neuen Job zu finden. Ich zeigte mich flexibler denn je, suchte nach Alternativen und Möglichkeiten, bisher erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten in einem interessanten Berufsumfeld weiterzuentwickeln und auf diesen aufzubauen.
Oft kam keine Antwort auf eingegangene Bewerbungen, meist nur negative Reaktionen in Form von Absage als Mail oder in klassischer Briefform. Unbeschreiblich dreiste Art von Kommunikation und unfreundliche Antworten, wenn ich mich nach dem Verbleib meiner Bewerbung erkundigte, waren eher Regel als Ausnahme. Im Zuge meiner Erfahrung mit hiesigen Arbeitgebern suchte ich daher parallel auch wieder nach Arbeitgebern im Ausland. Einen festen Arbeitsplatz zu finden wird auch für qualifizierte Bewerber in Deutschland nicht einfacher, was widersprüchlich ist, da immer wieder Fachkräftemangel beklagt wird.
Das hat viele Hintergründe, von denen sich viele aber auch in Stellenausschreibungen in Job-Börsen im Internet oder den Tageszeitungen zeigen. Die gegenwärtige Situation, gängige Bezeichnung „Generation Praktikum“, scheint sich in der Realität eher vehement verankern zu wollen als zu verschwinden. Verantwortliche Arbeitgeber handeln nicht zukunftsorientiert und somit zu Gunsten aller Beteiligten, damit Nachhaltigkeit oberste Priorität hat. Es gibt aufgrund der gesellschaftlichen Lage, die sich sowohl in Japan als auch in Deutschland sehr ähnelt, in beiden Ländern noch Vieles zu tun. Da Praktika bisher in Japan eher unbekannt sind und für Jobsuchende Absolventen noch keine Alternative zur traditionellen Suche nach Arbeit darstellen, könnte sich Deutschland theoretisch zumindest diesbezüglich noch rechtzeitig als Vorbild entpuppen, falls endlich aktiv und schnellstmöglich an dieser Stelle angesetzt werden würde. In Amerika gingen nun diese Woche die ersten Klagen von Praktikanten ein. Eine andere Gesetzlage vor Ort, doch ein erster Schritt in die richtige Richtung, da es weltweit auch durch die Medien geht.
Doch auch ihr könnt euren Unmut zeigen, so wie die letzten öffentlichen Demonstrationen seitens junger Studenten in Tokyo, die auf die Missstände der jungen Akademiker in Japan aufmerksam machten. Zeit- und Leiharbeit, Mini-Jobs ohne soziale Absicherung, befristete Zeitverträge etc., das ist die Realität, die hier in Deutschland noch durch diverse Facetten von Praktika ergänzt wird. Die gegenwärtige Realität, sowie die Zukunft kann von euch verändert werden, ihr habt darauf Einfluss und könnt aktiv etwas für eine bessere Zukunft tun.

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