„G“ wie „Gerede“, „k“ wie „konzentrieren“

Etwa fünfundzwanzig Menschen, oft auch viel mehr, sitzen plappernd, Kaffee schlürfend, gedankenverloren oder wie auf heißen Kohlen sitzend im Raum. Vorne checkt eine Person oder eine kleinere Gruppe noch einmal ihre Einsatzbereitschaft: Sind die Kabel richtig angeschlossen, funktioniert der Beamer, ist die Datei auch wirklich auf dem USB-Stick, sind alle Karteikarten in der Reihenfolge, hat man eventuell doch etwas vergessen? Ist der Dozent eigentlich noch immer nicht da? – Die Tür öffnet sich, der Dozent betritt den Raum, an einigen Tischen wird es ruhiger. Alle rücken ihre Stühle zurecht, und hoffen, dass sich ab jetzt alles zwischen interessanten Momenten und angeregten Diskussionen bewegen wird. Doch bei vielen der Studenten ist dies der wichtigste Gedanke: Bitte, lass niemanden länger als eine halbe Stunde ein Referat halten…

Der goldenen Regel für Referate nach sollten Referate während meiner Studienzeit maximal 15-20 Minuten dauern, danach dann zehn Minuten für Fragen seitens der Teilnehmer des Seminars offen sein. Doch erfahrungsgemäß ist dies aus verschiedenen Gründen für viele, die einen Vortrag halten müssen, ein Problem. Immer glaubt man, noch einen Satz mehr anbringen zu müssen, eine Verknüpfung zu einem anderen Thema heranziehen zu müssen, wiederholt sich aus Versehen oder ist gar nicht vorbereitet. Dies passierte in vielen Seminaren leider zu oft. Die Teilnehmer schalteten meistens bereits während des ersten Referates ab, konnten sich nicht mehr konzentrieren und schlimmstenfalls schliefen einige zwischendurch ein. Blockseminare über mehrere Tage, damit alle Studenten ihre Leistungsnachweise bekommen konnten, waren am anstrengendsten. Doch natürlich gab es hin und wieder interessante Referate und schöne Momente.

(Quelle: YouTube / Bosse: Schönste Zeit)

Dass Vorträge auch interessant sein können, und alles in viel weniger Zeit auf den Punkt gebracht werden kann, haben zwei Architekten bereits vor zehn Jahren in Tokyo festgestellt. Ihre Art ein Thema zu präsentierten kam in Japan erstmals zum Einsatz, daher kommt die lautmalerische Benennung auch dorther: pecha kucha | ぺちゃくちゃ. Die Zeit ist begrenzt, auch die Anzahl der Powerpoint-Folien. Sechs Minuten und vierzig Sekunden hat man. Man darf 20 Bilder / Folien zeigen, die alle 20 Sekunden gewechselt werden. In genau dieser Zeit muss man sein Thema vorstellen und wichtigste, sowie interessanteste Fakten präsentieren und auf den Punkt bringen. Heutzutage nutzen große Unternehmen dieses System, aber auch Museen präsentieren Themen für Besucher auf diese Art.

Die letzten beiden Veranstaltungen in Köln haben sehr viel Spaß gemacht. Verschiedene Themen wurden präsentiert und am Ende kam das Eintrittsgeld wieder einem guten Zweck zu.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s