„R“ wie „Raum“, „a“ wie „aneignen“

Die Archivfunktion des Internets habe ich soeben wieder einmal mehr zu schätzen gelernt. Es galt, einen Link aus meiner Magister-Arbeit aus dem Jahre 2009 aufzufinden, der seinerzeit zu einem Zitat von Boris Groys geführt hatte. Dieser erwies sich jedoch als veraltet, wie mir schriftlich auf dem Bildschirm angezeigt wurde. Ich war kurz davor, von meiner Idee abzusehen, doch gab dann das verwendete Zitat bei Google direkt ein. Habe ich nun für euch schon ein #rabbithole zum Weiterlesen geschaffen?

„Zunächst ist das Neue etwas ganz Altes. Es gibt nichts Traditionelleres als die Orientierung am Neuen. Um unsere Zeit und uns selbst von den vorangegangenen Generationen und Zeiten zu unterscheiden, brauchen wir das Neue.“

(Lesenswert! http://bit.ly/1lyyIYG)

Bereits auf dem #Heimatheimweg nach Dortmund zum diesjährigen stARTcamp RuhrYork verknüpften sich einige meiner Synapsen wieder mit meiner alten Magister-Arbeit. Daher musste ich dieses Zitat auch hier wieder anbringen, um die Haken etwas nachvollziehbarer zu gestalten, die dieses Texthäschen hier unter Zeitdruck zu schlagen scheint.

Aktuelles aus der Gegenwart des Social Web in all seinen Facetten, sowie transdisziplinär durchwobene Quäntchen quirliger Zukunft, hatte sich das #scry14 erneut zu Herzen genommen. Die herzköniglichen Zelte wurden dieses Mal im Dortmunder U, dem Zentrum für Kunst und Kreativität, aufgeschlagen. Nachdem ich im letzten Jahr in Oberhausen Feuer gefangen hatte, lag es nahe, auch dieses Mal im Ruhrpott wieder an Workshops und Vorträgen zu eben erwähnten Feldern teilzunehmen. Samstag bereits folgte ich der Einladung seitens Frank Tentler, dem hiesigen Hutträger, der die Social Web Investigator zum Nicht-Geburtstag eingeladen hatte. Das Gewusel an Interessenten und Interessantem aus Kultur und Kunst, sowie Profis aus eben diesen Metiers, ist jedes Mal einfach toll. Danke an dieser Stelle für die Einladung und 2-12 Schulterklopfer nochmals ans gesamte Team!

#MenschOrtWeb | ...und alle so: "Heftig!"
#MenschOrtWeb | …und alle so: „Heftig!“

In diesem Jahr hatte sich das stARTcamp das Motto #MenschOrtWeb auf die Banner geschrieben, was es für mich noch interessanter machte, hatte ich doch unter dem Titel „Shitamachi: Tōkyōs Unterstadt im Internet“ meine Magister-Arbeit verfasst. Augenmerk dieser lag auf der erweiterten technologischen Möglichkeit, sich städtischen Raum durch das Internet anzueignen. Mithilfe der literarischen Figur des Flaneurs, angelehnt an Franz Hessel und Walter Benjamin, beging ich so den virtuellen Raum eines ausgewählten Stadtteils der japanischen Metropole, der auch sowohl touristisch als auch traditionell wertvoll für die Japaner anzusehen ist. #UrbanSpace konnte so durch einen #Netzflaneur begangen werden. Letzten Endes war ich als Verfasser der Arbeit eben dieser, dokumentierte die gesammelten Eindrücke, habe sie wiedergegeben und in wissenschaftlichen Kontext gesetzt. All dies auf der Grundlage eines Drahtseilaktes zwischen dem Studienfach „Modernes Japan“ in Kombination mit Medienwissenschaften und Soziologie. Musste mich über meine Lehrstuhl-Leiterin in Düsseldorf hinwegsetzen, und einen Zweit-Lektor aus Köln heranziehen, der Ethnologe und Anthropologe ist. Ist aber auch erst sinnvoll diesen Haken noch zu schlagen, wenn ich erwähne, dass der Schwerpunkt bei uns auf „Gender Studies“ lag und erwähnte Dame damals Alleinherrscherin war. Erst mit den Jahren kamen andere Schwerpunkte und Gastprofessoren hinzu. Zurück zum Thema.

Dem Social Web und seinen Anwendungen hatte ich in der erwähnten Arbeit aus verschiedenen Gründen bis dato in dem Kontext keine Beachtung geschenkt. Doch vielleicht werde ich nun mein geliebtes下町(shitamachi) unter anderen Gesichtspunkten erneut erkunden. Ob virtuell oder bei Gelegenheit einmal mehr vor Ort, wer weiß.

Unter bestimmten Aspekten und in gewisser Hinsicht sind sich einige Flaneure während des #scry14 begegnet. Durch Social Media haben sich neue, erweiterte Möglichkeiten ergeben, städtischen Raum zu begehen und wahrzunehmen. Vieles hat sich verändert für den #Flaneur, einiges wird er tun müssen, um sich seine Art der Wahrnehmung zu bewahren. Ob er sich dazu der Social Media-Kanäle bedienen wird, gilt abzuwarten, da diese immer mehr auf Wertung und Bewertung ausgerichtet sind.

(Quelle: YouTube | Alice in Wonderland „Painting the roses red“)

Wir wiederum werden uns eventuell beim nächsten stARTcamp in Köln #sck14 über den Weg laufen. Ich vermute, dass wir da wieder die Rosen nicht nur rot malen werden. 😉

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2 Gedanken zu „„R“ wie „Raum“, „a“ wie „aneignen“

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