„Z“ wie „Zeitreise“, „o“ wie „orientieren“

„The great Japanese cities like Kyōtō and Edo-Tokyo have stories where other cities have monuments. This is narrative urbanism, and an urbanism of narrative.“
(Paul Waley 2003: 385)

In Japan während meines 1-jährigen Auslandsaufenthaltes Gesehenes zu verarbeiten, es wissenschaftlich aufzuarbeiten und darzustellen, dies hatte ich mir zur Gestaltung meiner Abschlussarbeit vorgenommen. Anders angehen wollte ich es, mir Wege bahnen und eigene Zugänge zum Thema finden, wo andere keine Türen wahrnahmen oder sie partout nicht öffnen wollten.

Natürlich führten mich viele Wege zum Ziel in Sackgassen, oft musste ich umkehren oder über Mauern klettern, um hinter diesen wieder nicht das Erwartete aufzufinden. Themengebundene Spaziergänge, um mit Freunden und Kommilitonen über mein Vorgehen und den Stand der Dinge zu diskutieren, führten irgendwann dazu, dass das Wort #Flaneur teilweise nur noch mit sarkastischem Unterton in die Unterhaltung einfloss.

Städtischen, japanischen Raum via Internet zu erschließen und zu begehen, dabei lokale Tradition im modernen Medium dargestellt aufzufinden, brachte mich auf viele Seiten. Im Kontext gesehen, bin ich bereits so durch die Zeit gesurft, fällt mir dazu gerade noch ein. Eine der interessantesten Seiten habe ich versucht wieder aufzufinden, da sie großartiges Kartenmaterial aus verschiedenen Epochen der Stadtentwicklung des alten Edo bis ins gegenwärtige Tokyo aufzeigte. Unter der Domain mid-tokyo.com hatte ich im April 2007 zuletzt Zugriff darauf, doch leider ist darunter nichts mehr aufzufinden. Bei meiner Suche kam dann heraus, das die gezeigten Karten viel positive Resonanz hervorgebracht hatten, als sie noch aufrufbar waren. Einigen Kommentaren nach, waren die Karten flashbasiert. Vielleicht ein Grund dafür, dass sie nicht mehr zur Verfügung stehen.

Freudig zuckend bewegte ich mich dann am letzten Wochenende durch einen Artikel in der Japan Times mit dem Titel „Rediscovering lost Tokyo“, der sich mit #machi_aruki, also mit dem Stadtspaziergang beschäftigte. Folgendes brachte er dann auch noch hervor:

iTunes App | Japan Map Center |Tokyo Jisou Map
iTunes App | Japan Map Center |Tokyo Jisou Map

 

iTunes App | Japan Map Center|Tokyo Jisou Map
iTunes App | Japan Map Center|Tokyo Jisou Map

Diese App des Japan Map Centers gibt nach eigener Beschreibung wieder, wie sich der #UrbanSpace Toykos von der Meiji-Zeit (1868 – 1912) bis in die Gegenwart verändert hat. Noch habe ich mir diese App nicht gekauft, doch für ca. 14,- (1,900 Yen) bei derzeitigem Wechselkurs, werde ich mir diese bei Gelegenheit genauer anschauen.  (Hinweis: Es handelt sich um eine App in japanischer Sprache!)

Die kartographische Form der Darstellung von Vergangenheit virtuell noch mit anderen #LBS (Location-based Services) zu verknüpfen, kann zusätzlich hervorzuhebende Standorte mit ihren Geschichten auch ins mobile Jetzt transportieren. Ein weiterer guter Ansatz, sich genauer mit Apps wie dieser zu beschäftigen. Die Parallelität von Ort und Zeit mit mobilen Endgeräten verknüpfen und somit erlebbar gestalten zu können, ist ein fesselndes Themenfeld. Vieles wird begehbar, neue Wege entstehen, neue Räume entfalten sich. Zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen, nicht nur mit der Geschichte des Ortes, ergeben sich neue Perspektiven.

Nun bin ich neugierig geworden. – Was denkt ihr?

Gute Gelegenheit, dieses Widget wieder zum Einsatz zu bringen!

Persönlich verspüre ich gerade erneut den Reiz, durch einen noch unentdeckten Teil einer japanischen Metropole zu schlendern, mich mit den Bewohnern zu unterhalten, einen Snack in einem fremden Viertel zu mir zu nehmen und mich vor Ort auf verschiedene Art und Weise erneut auf Zeitreise zu begeben.

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