„St“ wie „Stellung“, „b“ wie „beziehen“

Yeah, prekär!

Man wird es schon bemerkt haben, denke ich, dass ich mittlerweile in Köln lebe, doch ein gebürtiger Ruhrpottler aus Dortmund bin. Meine Familie lebt immer noch dort, daher verschlägt es mich auch häufiger in die Metropole Ruhr. Der Hashtag #Heimatheimweg hat sich so herausgebildet, den ich in Gedanken schon lange mit mir herumtrug. Natürlich ist dieser mittlerweile auch von Dortmund nach Köln einsetzbar, doch bis dato nutze ich ihn nur gen Dortmund.

Innerhalb Dortmunds einige Male hin- und hergezogen, verschlug es mich im Rahmen meines Studiums an den Wohnort Düsseldorf. Dort beendete ich mein Studium, lebte und arbeitete dann noch eine Weile vor Ort. Dem Job als Deutschlehrer, dem ich auf Honorarbasis im Rheinland nachging, habe ich viele Erkenntnisse und Einsichten zu verdanken. Die Einsicht, dass man mit dem Job als Akademiker zwar gebraucht, allerdings miserabel bezahlt wird, stand nach relativ kurzer Zeit im Fokus. Es bereitete mir lange Zeit einfach viel Spaß, mit Menschen aus allen Ländern der Erde tagtäglich an ihren Deutschkenntnissen zu feilen, doch irgendwann wendete sich das Blatt. Bei einem Bildungsträger mit Verträgen auf Monatsbasis, der mit €21,50 im Bildungsbereich schon gut bezahlte, hangelte ich mich eine Weile nach dem Studium durch. Bereits während des Studiums arbeitete ich über mehrere Jahre hinweg oft als Tutor für denselben Arbeitgeber, übrigens.

Mein Frust und diverse Grundsatzfragen stauten sich allmählich auf, ich nahm den Konfrontationskurs auf. Regelmäßig fragte ich nach eindeutiger Anpassung des Stundenlohns, was immer wieder abgeblockt wurde, da man vergleichsweise schon gut bezahle. Gern wurde auch die Karte „Es stehen genug andere Schlange“ gespielt. Daraufhin versuchten einige Kollegen und ich, das ganze gewerkschaftlich mit der GEW NRW anzugehen, um das Thema auch ins öffentliche Bewusstsein gelangen zu lassen. Es kam zu zwei Treffen, grundlegenden Gesprächen, aber nie zu mehr. Der Zusammenhalt im „Kollegium“, eher als Kollegen-Team zu bezeichnen, endete meist dann, wenn es um Organisation und Durchführung von weiteren Treffen oder gar einer Demonstration ging. Mehraufwand, Verdienstausfall und weitere Konsequenzen wurden meist als Grund dafür angegeben, insofern einer genannt wurde.

Auf Wiedersehen oder Sayonara

Im Sommer 2009 zog ich während voller Fahrt die Handbremse. Das spontane Angebot, demselben Job ab Herbst an einer japanischen Universität im Angestelltenverhältnis nachzugehen, kam über Kontakte auf. Ich strich binnen kürzester Zeit meine Segel, machte mich dann auf den Weg ins Ungewisse(re). Ich arbeitete quasi noch bis eine Woche vor Abflug, um etwas Geld in der Hand zu haben.

Einiges der Zeit von 2009-2011 in Japan kann aus dem Blog hier abgelesen werden. Darauffolgendes ist u.a. bei XING unter meinem Namen zu finden. Da darf gern ein Blick riskiert werden, denn ich suche gerade nach Beschäftigung. Das Thema hier greife ich aus aktuellem Anlass auf.

Gestern nahm ich bei Twitter folgenden Tweet wahr, der diesen Post hier auslöste.

 

RP online 9. März 2016 | 17.10 Uhr Integrationslehrer demonstrieren in Düsseldorf
RP online
9. März 2016 | 17.10 Uhr
Integrationslehrer demonstrieren in Düsseldorf für mehr Lohn

Ein Bildungsträger ist ein Bildungsträger ist ein…

Einige der ehemaligen Kollegen sind auch heute noch als Deutschlehrer auf Honorarbasis unterwegs.

Schon seinerzeit waren es ausländische Lernende, die wir im Rahmen von Intensivkursen unterrichtet haben. Meist junge Menschen, die hier in Deutschland ein Studium aufgreifen oder fortsetzen wollten, doch auch sehr viele ältere, die bereits einen Job in Deutschland hatten oder zumindest nach Beendigung des Kurses Aussicht auf einen solchen. Zukünftige Arbeitskräfte sprachlich aus- oder weiterzubilden, um sie“fit“ für den deutschen Alltag zu machen oder letztendlich der deutschen Wirtschaft zuführen zu können, ist also auch schon zu dieser Zeit elementarer Teil der Zielsetzung gewesen.

Dafür ist ausgebildetes Fachpersonal notwendig, akademische Abschlüsse sind meines Erachtens nach unabdingbar. Zur Beschäftigung werden diese von Bildungsträgern auch verlangt, um Fachwissen und ggf. Auslandsaufenthalte auch für interkulturelle Kompetenzen in petto zu wähnen. Bei heterogenen Lernergruppen ist dies sehr oft gefragt.

Auch beim letzten Bildungsträger, für den ich als Dozent in anderen Bereichen beschäftigt war, kamen mir meine erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten aus vorangegangenen Beschäftigungsverhältnissen zugute. Anfangs noch neutraler Hoffnung auf die Existenz eines wertvollen Bildungsträgers, teilte man mir hier eine Woche vor Ablauf meiner Vertragslaufzeit mit, dass mein Vertrag nicht verlängert werden könne. Ich kam gerade aus dem Urlaub zurück, einen Tag vor der Abfahrt hatte ich zuletzt nachgefragt. Mit Ende der Probezeit hatte ich in regelmäßigen Abständen nachgehakt, da ich als Vater von Teil- auf Vollzeit gehen wollte. Zumindest Verlängerung des Teilzeitjobs im Öffentlichen Dienst wollte ich absehen können. Positives Feedback seitens Teamleitung und Kollegen lag vor.

Abgehakt.

Ob nun „Integrationslehrer“ betitelt, oder nicht: Das man dafür auch angemessene Entlohnung und abwägbare Sicherheit als Gegenleistung sehen will, ist mehr als verständlich. An dieser Stelle entferne ich mich endgültig wieder von dieser Diskussion, denn ich habe den Job in dieser Art vor langer Zeit hinter mir gelassen, werde persönlich nicht erneut in seine gegenwärtige Vergangenheit reisen. Im Blog werde ich dieses Thema nicht mehr anrühren, wahrscheinlich auch Kommentare deaktivieren.

#Heimatheimweg 2010

Während meiner Lehrtätigkeit nahm ich 2010 die Gelegenheit wahr, mich weiterzubilden. Dafür hatte ich Budget und Weiterbildungstage seitens der japanischen Universität zur Verfügung, die meine Idee auch sofort unterstützte. Der Deutsche Akademische Austauschdienst #DAAD organisierte ein Lektorentreffen in Bonn, an dem ich teilnahm.

Im Rahmen dieser Fortbildung fand ein Seminar statt, dessen ungeschliffenes Teil-Ergebnis ich plötzlich die Tage wieder vor Augen hatte. Auch für die Ohren war etwas dabei, was ich an dieser Stelle einbaue. Die Aufnahme ist nicht sonderlich gut, doch sie in Datenbergen versanden zu lassen, wäre zu schade. Also Lautsprecher an, bitte!

Irgendwann wird jeder sicherlich mal irgendwo „Neu im Land“ sein.

Aktuelles dazu (Tweet vom 10.05.2016):

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s