„D“ wie „digital“, „u“ wie „unterwegs“

Auf Entdeckungsreise mit mobilen Möglichkeiten

Mein erstes Handy – ich mag dieses Wort in der deutschen Sprache immer noch nicht – bekam ich 2002 zwischen die Finger. Was sich in naher Zukunft an Nutzungsmöglichkeiten mit einem weiterentwickelten mobilen Endgerät zur Telefonie so alles bewerkstelligen lassen würde, interessierte mich damals noch nicht.

Das erste iphone hielt mich 2009 in Japan in seinen Fängen, was ich weiterhin durch Jailbreak eine Weile auch in Deutschland ermöglichte. Viel zu klein, um mit diesem Leselust zu verspüren, blieb ich jedoch papierner Lektüre treu.

Als ich dann 2011 ein Samsung Galaxy 2 in der Hosentasche mit mir herum trug, änderte sich dies, nachdem ich Aldiko für mich entdeckt hatte. Von da an war es mir möglich, auf Bahnfahrten meinen Blick nicht mehr nur aus dem Fenster, sondern auch auf digitale Literatur zu werfen. Es war für mich irgendwie naheliegend, zuerst phantastische Werke aus dem Internet in meine mobile Bibliothek zu laden. Also führte, bedingt durch Kindheitserinnerungen mit Nachmittagen voller faszinierender Scherenschnitt-Filme im Fernsehen und an Abendstunden mit seinen Büchern in Händen, der Weg auch hier nicht um Jules Verne herum. Für meine Abende mit dem neuen Handy wählte ich schwarzen Hintergrund mit weißer Schrift. Ab und zu gelang es mir auf diese Art und Weise, zumindest einige Seiten vor dem Schlafen im Bett zu lesen. Für mich stellte es kurzzeitig eine Art gelebte technische Erweiterung im Jetzt dar, eine Reminiszenz an die Verne’sche Gedankenwelt zudem.

Auf phantastische Weise verließ mich das Samsung dann auch: Nach einem Telefongespräch vergaß ich es auf dem Autodach, bemerkte dies dann entgeistert erst nach einiger Zeit und der Ankunft am Zielort.

Die Annäherung 

Das weitergeführte Jetzt hat nun 2016 die Form eines tolino vison 2 angenommen. An diesem klebte noch lange Zeit nach dem Auspacken die Schutzfolie auf dem Bildschirm. Große Fläche bedeutete für mich auch gleich mehr Möglichkeiten für Kratzer etc., was ich aus meinen Erfahrungen mit dem Handy noch gut in Erinnerung hatte. Erst vor wenigen Wochen entdeckte ich eine akzeptable Schutzhülle für den Reader, den ich nun nicht mehr missen möchte.

Erstes Buch auf diesem war „Colorless Tsukuru Tazaki and His Years of Pilgrimage“ von Murakami Haruki. Dieses würde ich dann auch als mein #1stebook bezeichnen, da sich bedingt durch die annähernde Größe eines Buches auch erst ein dementsprechendes Lesegefühl herauskristallisiert hat. Nach „Hard-boiled wonderland and the end of the world„, „Norwegian Wood“ und „Kafka on the shore“ hat sich dieses für mich mal wieder als lesens- und liebenswertes Schriftwerk erwiesen, nachdem ich mir an „1Q84“ auch beim zweiten Versuch in der gesammelten Printversion aller drei Bände immer wieder die Zähne ausbeiße.

Technische Tücken und andere Erste Welt Probleme

Die Handhabung des tolino als solches ist relativ übersichtlich und leicht zu verstehen. Nervig fand ich anfangs lediglich die Anmeldung für Adobe DRM (ermöglicht die geräteübergreifende Bereitstellung von ebooks). Die Studie „Wie ticken Jugendliche 2016?“ ist die erste, ich in PDF-Format in die Bibliothek übernommen habe. Doch die ewige manuelle Neu-Positionierung im Rahmen nach Anpassung der Schriftgröße nimmt mir den Spaß am Lesen eben dieses Formats auf dem Gerät, muss ich gestehen. Meine zukünftige Digitalothek verwalte ich übrigens mit calibre, mit dem ich mich mal genauer auseinandersetzen sollte.

Aus verschiedenen Gründen bin ich noch nicht ab vom Papier. Ich mag die Kombination der Haptik von Büchern, deren Akustik und ebenso häufig das Layout der Cover. Farbe fehlt mir beim Lesen durch das vorhandene tolino auch. Doch ich denke nicht, das dies in absehbarer Zeit dazu führen wird, ihn durch ein moderneres ebook zu ersetzen. Das ist es auch, was mir ein digitales Endgerät nicht bieten können wird. Als eine Art kleinen Schönheitsfehler empfinde ich das flimmernde Bild beim Start der Software und Wechsel zwischen internen Ebenen der Anwendung, z.B. dem Aufruf eines Buches oder dem Wechsel zwischen Lektüre und Einstellungen. Ansonsten ist es ein kleiner digitaler Schatz.

Es wird mich ab der kommenden Woche wieder oft in öffentliche Verkehrsmittel verschlagen. Ich bin jetzt schon gespannt, in welche Lektüre ich mich vertiefen werde. Ob nun old school oder digital! –Beides ist besser.

Ein fettes Dankeschön an den Buchladen für netten Plausch, Kaffee und gemischtes Allerlei an dieser Stelle.

Dies ist mein Beitrag zur #Blogparade „Mein erstes E-Book #1stebook – und an was ich mich erinnere!“.

 

 

 

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „„D“ wie „digital“, „u“ wie „unterwegs“

  1. Hi Sven, bin jetzt erst zum Lesen gekommen und stelle fest, dass unser Leseverhalten doch sehr ähnlich ist – vor allem das mit ‚dem Pendeln die positivste Seite des Lesen-Könnens‘ abgewinnen. Hardboiled Wonderland … war übrigens mein erster Murakami (als Buch), der prägenste und somit nicht zu schlagende. 1Q84 fand ich einen Band lang fantastisch und dann hat es mich verloren…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s